Gärtnern – biologisch und naturnah

Menschen, die ihren Garten mit Sorgfalt biologisch und naturnah bewirtschaften und pflegen, sind bereit, sich mit den Gesetzmässigkeiten der Natur auseinanderzusetzen, natürliche Prozesse zu beobachten und von der Natur zu lernen. Eine solche ganzheitlich-ökologische Sichtweise wird zur Grundlage für alle Handlungen im Garten. Wer biologisch und naturnah gärtnert, arbeitet mit der Natur zusammen und nicht gegen sie.


Sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen


Im ökologischen Garten geht man mit Rohstoffen und Energie sparsam um. Pflanzen und Materialien kauft man möglichst, zugunsten von kurzen Transportwegen, in der Nähe. Der nachhaltige Umgang mit dem Boden hält diesen auch für künftige Generationen gesund.


Einfluss chemisch-synthetischer Produkte


Mit dem Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger hielt die Chemie Einzug in den Garten. Der Eingriff in den Naturkreislauf führte zum Absterben der Bodenlebewesen und damit zu nachlassender Bodenfruchtbarkeit und erhöhtem Schädlingsbefall. Mit noch mehr Kunstdünger und dem Einsatz hochgiftiger Herbizide, Insektizide und Fungizide wollte man die Erträge steigern. Die Auswirkung davon war eine Belastung des Bodens und der Pflanzen mit giftigen Schadstoffen. Der einzige Ausweg ist es wieder zur Vielfalt zurückzukehren, eine intensive Förderung des Bodenlebens zu betreiben, Mischkulturen zu pflegen und die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen zu berücksichtigen.

Kompost, Gründüngung und Mulch erhalten den Boden lebendig


Der Kompost ist das Herz des naturnahen Gartens. Hier verrotten organische Abfälle, die, zu Humus geworden, das Wachstum der Pflanzen anregen. Vor-, Zwischen- oder Nachsaaten mit Gründüngungspflanzen bedecken den Boden und halten ihn feucht. Ausserdem verhindern sie das Aufkommen unerwünschter Beikräuter. Die abgeschnittene Blattmasse dient als Futter für die Bodenlebewesen. Mulch, die Abdeckung des Bodens mit organischem Material, verhindert das Austrocknen und nährt die Bodenlebewesen.


Nüztlinge fördern statt Schädlinge bekämpfen


Einheimische Tiere, insbesondere Insekten, helfen im naturnahen Garten einen Massenbefall mit Schädlingen zu verhindern. Mit Nist- und Überwinterungshilfen, Hecken, Sträuchern und einem reichhaltigen Nahrungsangebot werden sie sich im Garten ansiedeln. Eine Laubschicht unter den Sträuchern, Holzstapel, Ast- und Steinhaufen, Trockenmauern und Feuchtbiotope bieten vielen Nützlingen Versteck, Unterschlupf, Nahrung und Lebensraum. Da sich viele für den Gärtner nützliche Tiere von sogenannten Schädlingen ernähren, ist es wichtig, einen gewissen Schädlingsbestand zu tolerieren.


Pflanzen vorbeugend schützen


Biologischer Pflanzenschutz kommt vor allem vorbeugend zur Anwendung; er trägt zur Verminderung der Ursachen des Schädlingsbefalls bei. Die beste Prävention ist das pflanzengerechte, naturgemässe Säen und Pflanzen. Einen geringen Schädlingsbefall tolerieren Pflanzen weit besser, als angenommen wird, und einem vielfältigen ökologischen Garten reguliert sich die Natur meist von selbst.

Textauszüge aus dem Gartenbuch von Bioterra Schweiz

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